Russland setzt sich durch, bei kommenden Syrien Gesprächen in Wien

(Wien,28.10.2015)

Ein Sprecher der US Administration hat heute bestätigt, dass auch der Iran an den kommenden Gesprächen am Freitag in Wien, über den Syrien Konflikt teilnehmen wird.

Russland hat sich daher bislang durchgesetzt, neben der Türkei, Irak, SaudiArabien, USA und natürlich Russland, nun auch den Iran zu den Gesprächen einzuladen. Es wird erwartet, dass dadurch auch der weg frei wird in weiteren Treffen auch Vertreter Syrien, miteinzubeziehen. Ein Schritt, der vor wenigen Wochen noch von allen westlichen Staaten teilweise kategorisch abgelehnt wurde.

Die meisten internationalen Medien berichten über diesen wichtigen Schritt für die weiteren Syrien Verhandlungen. Dabei wird häufig versucht, die Initiative dafür bei der eigenen Interessensgruppe zu finden, was aber nur eine offene Interpretation darstellt. Artikel bei AlJazeera Freie Medien berichten jedoch auch ganz klar davon, dass erst durch die russische Intervention Fortschritte und vermittelbare Lösungsansätze entwickelt wurden Russia Insider

Wie lange der Weg alleine bis zu so einem Treffen war, beweisen die Anstrengungen die in den vergangenen Wochen geleistet wurden. In mehrere Gesprächen direkt mit Saudi Arabiens Monarchen wurde dieses Treffen vorbereitet. Zuletzt auch zwischen Obama und dem Monachen direkt am Telefon. Klar ist auch, dass ohne die russische Initiative, es nie dazu gekommen wäre. Zu groß sind die gegenseitigen Gräben zwischen dem Iran und Saudi Arabiens, als das man diese wegen dem vermeintlichen Stellvertreterkrieg um Einfluß in der Region, an einem Tisch bringen konnte. Da nun aber ein Sieg der von den USA und auch SaudiArabiens unterstützten Rebellengruppen, die sogar bis in direkte Unterstützung durch saudische Stiftungen in den IS hineinreichen, in weite Ferne gerückt scheint, ist man in Riad offenbar gesprächsbereiter.

Aus US Kreisen des Außenministeriums folgert man zudem, dass Russland durch seine militärische Einmischung vor Allem auch politischen Einfluss in der Region vergrößern wollte, dies scheint eine  nicht abwegige Interpretation zu sein, zumal Russland auch vor der direkten Intervention sehr oft von einer politischen Lösung unter Einbeziehung aller Beteilligter gesprochen hat und auch entsprechende Gespräche dazu führte. Der Wandel der US Ansichten, plötzlich auch den Iran beteiligen zu wollen und sogar Assad als möglichen Ansprechpartner akzeptieren zu können, lässt sich ohne das Eingreifen Russlands und der daraus geänderten Lage nicht erklären.

Russland führt dazu bereits und auch diese Woche direkte Gespräche mit Vertretern syrischer als auch irakischer Kurden, was das Missfallen der USA als auch der Türkei, jedoch auch sehr unterschiedlichen Gründen noch nach sich zieht. Das zeigt leider auch, wie sehr die einzelnen Beteiligten in diesem Konflikt um Ihre eigene Vormachtstellung und deren Anteil am Ergebnis fürchten.

Deutschlands Initiative, die darin mündet, dass Steinmeier als auch Merkel in intensiven Gesprächen mit Teheran als auch Riad die Bedeutung von direkten Verhandlungen auffordert, zeichnen dieses Bild weiter im Detail.

Das Großbritannien, das seit jeher um seinen Einfluß in Iran, Syrien und der gesamten geopolitischen arabischen Welt bangt, sich bald auch als Verlierer sehen könnte, und danach diese Verhandlungsgespräche zum scheitern bringen könnte, wird die Zukunft zeigen. fest steht, dass sich Cameron in der Tradition seiner Vorgänger fest als Einflußmacht in mittleren Osten verstanden hatte, die neu strukturierten Gesprächsrunden klammern Ihn dabei jedoch völlig aus. Das Verhältnis zu Russland ist an einen neuen Tiefpunkt angelangt und sogar Allianzen gemeinsam mit Hollande und Frankreich schienen noch vor wenigen Wochen angelegt, um die eigene Einflussmöglichkeiten erneut zu stärken.

Man kann daher durchaus auch zweckoptimistisch sehen, dass es zu einer breiten Verhandlungskoalition um die Zukunft Syriens als auch um Frieden in der Region bald gehen könnte.

Man darf dabei aber nicht übersehen, dass sich Länder die bisher auch terroristische Gruppen unterstützt haben um Ihren Einfluss zu erweitern, diese Ziele nicht einfach aufgeben werden. Die große Unbekannte bleibt auch, wieweit sich die Türkei weiterhin aktiv in den Konflikt einmischen wird, die Diskrepanz zwischen den USA und der Türkei über die Rolle der Kurdengebiete ist weiterhin hochbrisant. Großbritannien und Frankreich erleben durch die erfolgreichen Schritte auf dem Weg zu einer Lösung zudem eine subjektive Schwächung der eigenen Interessen.

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